Inzwischen ist es gut eine Woche her, seit ich und viele andere aus der .NET-Community nach Köln gepilgert sind, um an der diesjährigen Dotnet Cologne teilzunehmen. Ich hatte im letzten Jahr das erste Mal das Vergnügen und fand diese Veranstaltung so gut, dass ich auch dieses Jahr unbedingt mit dabei sein wollte. Was mich besonders an dieser Konferenz begeistert ist einerseits, dass sie nicht so sehr kommerzialisiert ist, wie es andere Konferenzen sind und trotzdem den anderen Konferenzen inhaltlich in nichts nachstehen. Das liegt daran, dass der Grundgedanke dazu aus der .NET Community geboren wurde - namentlich von den .NET Usergroups Köln und Bonn. Ich hoffe, dass das auch noch eine Weile so bleiben wird.
Nun aber zum eigentlichen Tag: Der diesjährige Veranstaltungsort im Media Park war leicht mit der S-Bahn zu erreichen und nach einer Registrierung konnte das Netzwerken bei einem kleinen Frühstück auch schon beginnen. Ich habe mich sehr gefreut, das ein oder andere bekannte Gesicht wiederzusehen und auch Leute mal persönlich kennenzuloernen, die ich bisher nur virtuell kannte. Ein Blick auf die Agenda zeigte, dass für den Tag nur 5 Sessions geplant waren mit großen Pausen von 30 Minuten und aufwärts. Was für mich auf den ersten Blick etwas schade war, weil da in Summe locker noch eine weitere Session Platz gehabt hätte, zeigte sich doch als sehr sinnvoll, denn so blieb gut Zeit für Sessions, die etwas überzogen bzw. auch für Gespräche untereinander.
Wie sah nun mein persönlicher Sessionplan aus? Den Beginn machte Ilker, der in 60 Minuten in Agile Architekturen eintauchte. Er zeigte anhand von zwei Architekturkonzepten, die für sich selbst in Anspruch nehmen, agil zu sein, ob diese die Kriterien von Agilität unterstützen. Ich denke, über das Thema hätte man gut und gerne noch eine Stunde länger philosophieren können, auch weil ein 10-Minuten-Überflug über eine Architektur nicht erlaubt, diese in Gänze zu erfassen und einzuschätzen. In diesem Zusammenhang fand ich auch schade, dass es dieses Mal keine Abendveranstaltung gab, ich hätte mich hier gern mit ihm noch länger drüber unterhalten.
Nach einer kurzen Pause ging es für mich dann weiter mit Daniel, der eine Session zum Thema REST gab. Ich habe mir erhofft, etwas genaueres über die Microsoft Web API zu erfahren - und meine Hoffnung wurde letzenendes auch erfüllt. Mit einer sehr unterhaltsamen Präsentation (so habe ich etwas über Forrest Gump und auch über Dory aus Finding Nemo gelernt), gab Daniel einen Überblick über den State of the art. Ich persönlich hätte diese Session nicht ganz auf Level 400 eingeordnet, aber dieses Empfinden kann sowohl an meinen bisherigen Erfahrungen als auch an der Art von Daniels Didaktik liegen - vielleicht eine Kombination aus beidem.
Nach einem gefährlichen Mittagessen, und der Lunch-Session ging es für mich dann zur LINQ-Session mit Bart de Smet. Thematisch ging es hier zunächst darum, LINQ beizubringen, schon zur Designzeit nur die möglichen Operatoren anzuzeigen. Dann ging es weiter mit Serialisierung von Expression Trees, einem Ausflug in die Reactive Extensions und einen Solver für Sudokus auf LINQ-Basis. Auch wenn es inhaltlich an der LINQ-Front nicht allzu viel Neues gibt, so hat es mich sehr gefreut, ihn mal live zu sehen und wer ihn coden sieht, der möchte gern im Anschluss alles mit LINQ machen.
Zum Schluss habe ich mir dann noch die Einführung in MEF von Rainer angeschaut. Auch wenn MEF letztenendes in der Anwendung recht simpel ist und ich mich im vorab gefragt habe, wie man da eine Stunde drüber reden kann, so hat er den Inhalt doch sehr unterhaltsam, enthusiastisch und mit vielen Beispielen rübergebracht. Falls jemand die Samples sucht, auf die er bei seiner Session verwiesen hat: diese sind in seinem englischsprachigen Blog verfügbar.
Zusammengefasst: Ich bin nach wie vor von dem Konzept der Community-Konferenzen überzeugt und ich hoffe, dass auch im kommenden Jahr die Dotnet Cologne eine Fortsetzung findet. Macht weiter so, ich wär gern wieder mit dabei.